Auf den genussvollen Biss folgt ein blitzartiger Schmerz. Schuld daran sind in der Regel freiliegende Zahnhälse, durch die der Zahn besonders empfindlich auf Heißes und Kaltes reagiert. Wir geben im Praxis-Blog Tipps zum Schutz der Zähne zu Hause und zur richtigen Behandlung in unserer Praxis.

Mögliche Ursachen für empfindliche Zähne

Im Zahnhals befinden sich tausende feine Nervenfasern. Hier ist der Zahn besonders empfindlich. Deshalb befindet sich der Zahnhals gut geschützt unter dem Zahnfleisch. Doch bei Zahnfleischrückgang liegt der Zahnhals frei. Heiße Speisen oder kalte Getränke reizen die Dentinkanäle und führen zu blitzartigen Schmerzen.

Besonders in der kalten Jahreszeit leiden Betroffene an schmerzempfindlichen Zähnen. Da wird der Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt schnell zur Tortur, wenn kalte Luft und heißes Getränk den Zahn reizen. Bevor wir Ihnen helfen können, müssen wir die Ursache für den Zahnfleischrückgang finden. Dafür kann es mehrere Ursachen geben:

  • Zahnfleischrückgang durch Parodontitis
  • ständiges Zähneknirschen
  • zu starkes Schrubben mit der Zahnbürste

10 Tipps gegen Schmerzen durch freiliegende Zahnhälse

Einmal verloren gegangenes Zahnfleisch kommt nicht wieder. Jedoch haben wir Möglichkeiten, Ihre Zähne zu schützen und Zahnfleisch wieder aufzubauen. Hier sind einige Tipps gegen schmerzempfindliche Zähne.

Regelmäßige Prophylaxe wahrnehmen

Häufig ist zurückgewichenes Zahnfleisch die Folge einer Parodontitis. Die chronische Entzündung dehnt sich über die Zähne zum Zahnfleisch und schließlich bis zum Zahnhalteapparat aus und greift das Gewebe an.

Gegen die Entzündung hilft nur eine Parodontitistherapie und regelmäßige Prophylaxetermine in kurzen Intervallen. Die freiliegenden Zahnhälse können wir bei Bedarf mit Hilfe von Zahnfleischtransplantaten wieder aufbauen.

Zähneknirschen behandeln

Beim nächtlichen Knirschen mit den Zahnreihen entstehen enorme Kräfte, die Zähne und Zahnfleisch enorm belasten. Brüchige Kanten und abgenutzte Zahnoberflächen sind die Folgen. Auch das Zahnfleisch bleibt nicht verschont. Es zieht sich zurück und legt die Zahnhälse frei.

Ihre Zähne schützen wir mit einer sogenannten Knirscher-Schiene vor weiteren Schäden. Das hilft auch dem Zahnfleisch, denn die Schiene wirkt wie ein Stoßdämpfer. Langfristig sollten Sie jedoch an den eigentlichen Ursachen für das nächtliche Zähneknirschen arbeiten. Hier ist es in der Regel sinnvoll, sich mit dem Thema Stressverarbeitung auseinanderzusetzen.

Putztechnik verändern

Viele glauben, dass festes “Schrubben” die Zähne sauberer werden lässt. Das ist jedoch nicht richtig. Durch das starke Aufdrücken mit dem Bürstenkopf schaden Sie dem Zahnfleisch. Putzen Sie stattdessen lieber mit einem sanften Druck vom Zahnfleisch in Richtung Zahn. Es gibt auch spezielle elektrische Zahnbürsten, die Ihnen mit einem Alarmsignal zeigen, wann Sie die Bürste zu feste aufdrücken.

Geeignete Zahnpasta verwenden

Sie sollten die Zähne nur mit einer Zahnpasta reinigen, die Fluorid enthält. Das gilt generell für jeden – besonders aber für Patienten mit empfindlichen Zahnhälsen. Fluorid stärkt den Zahnschmelz und macht ihn widerstandsfähiger gegen Säuren.

Auf keinen Fall sollten Sie Whitening-Zahncremes verwenden, denn diese enthalten in der Regel viele Putzkörper und rauen den Zahnschmelz an.

Freiliegende Zahnhälse versiegeln lassen

Bei der regelmäßigen Professionellen Zahnreinigung tragen wir einen speziellen Fluorid-Lack auf, der den Zahnschmelz schützt. Das kann auch bei freiliegenden Zahnhälsen sinnvoll sein.

Die Fluoridschicht legt sich wie ein Schutzmantel über den Zahnhals und schwächt die Weiterleitung von äußeren Reizen etwas ab. Hitze oder Kälte führen nicht mehr zu extremen blitzartigen Schmerzen.

Übrigens können die Zähne auch nach einem Zahnbleaching etwas empfindlicher sein. Nach wenigen Tagen hat sich das in der Regel aber wieder erledigt.

Gewürznelken gegen freiliegende Zahnhälse

Wenn Sie gerade nicht in unserer Nähe sind, können Sie sich auch kurzfristig mit einer Gewürznelke helfen. Das enthaltene Eugenol wirkt schmerzstillend und entzündungshemmend. Legen Sie eine Gewürznelke auf den schmerzenden Zahn und beißen Sie darauf.

Natürlich ersetzt das nicht den Besuch beim Zahnarzt. Es verschafft aber vielleicht wenigstens kurzfristig etwas Linderung. Generell gilt bei der Verwendung von Hausmitteln bei Zahnschmerzen: Nur in Absprache mit uns!

Heiße und kalte Speisen vermeiden

Wenn Sie beim Verzehr von heißen und kalten Mahlzeiten oder Getränken Probleme mit freiliegenden Zahnhälsen haben, sollten Sie Ihren Speiseplan etwas umstellen. Sie müssen auf nichts verzichten. Doch machen Sie sich bewusst, was Sie essen und achten Sie – noch genauer als ohnehin schon – auf die Temperatur der Mahlzeiten.

Auf säurehaltige Lebensmittel verzichten

Saure und süße Speisen reizen die freiliegenden Zahnhälse. Essen Sie Ihr Obst daher am besten mit etwas Joghurt. Das enthaltene Kalzium schützt die Zähne und verhindert, dass die Säure den Zahnschmelz angreift und den Zahn reizt.

Rauchen vermeiden

Das Nikotin in Zigaretten hemmt die Durchblutung des Zahnfleischs. Dadurch sinken die Abwehrkräfte und es wird anfälliger für Entzündungen. Schränken Sie den Zigarettenkonsum daher am besten ein.

Bei Zahnfleischrückgang das Lippenbändchen entfernen lassen

Ein zu stark ausgeprägtes Lippenbändchen zieht am Zahnfleisch, wodurch es zurückweicht. Wir entfernen das Lippenbändchen in einem kleinen Eingriff – wenn möglich mit Laser. Das ist in der Regel völlig schmerzarm und unkompliziert.

Vielleicht sind einige Tipps dabei, die Sie direkt umsetzen können. Langfristig ist Zahnfleischrückgang aber ein Fall für Ihren Zahnarzt. Wir stoppen den Rückgang und schützen Ihre Zähne.