Zum Tag der Zahngesundheit: Ihre Kinderzahnärztin gibt Tipps zur Milchzahnpflege

Wenn der erste Milchzahn durchbricht, beginnt für Kinder und Eltern ein neues Kapitel: die Zahnpflege. Unsere Kinderzahnärztin Meike Wenzlaw beantwortet am Tag der Zahngesundheit mit dem Motto „Gesund beginnt im Mund – Gemeinsam für starke Milchzähne“ häufige Fragen zum Thema Milchzahnpflege.

Warum brauchen Milchzähne Pflege?

Meike Wenzlaw: Die Milchzähne erfüllen wichtige Funktionen bei der Gebissentwicklung. Leider sind viele Eltern der Meinung, dass sich die Pflege der Milchzähne nicht lohnt, weil sie sowieso ausfallen. Das ist ein gefährlicher Irrglaube!

Gesunde Milchzähne und eine gute Verzahnung sind zum Beispiel Voraussetzung für das richtige Abbeißen und die Zerkleinerung der Nahrung als Vorbereitung für eine gute Verdauung. Auch bei der Sprachentwicklung spielen die ersten Zähne im Leben des Kindes eine wichtige Rolle. Bei frühzeitigem Verlust der Milchfrontzähne im Oberkiefer können S- und Zischlaute aufgrund der fehlenden Begrenzung der Zunge nicht korrekt ausgesprochen werden.

Milchzähne dienen darüber hinaus als Platzhalter für die nachfolgenden, bleibenden Zähne. Der frühzeitige Verlust von Milchzähnen kann dazu führen, dass die nachfolgenden, bleibenden Zähne nicht an ihrer korrekten Position oder schief durchbrechen. Dies führt zu Fehlstellungen im bleibenden Gebiss und resultiert später meist in einer notwendigen kieferorthopädischen Behandlung.

Für die Entwicklung eines gesunden Selbstvertrauens spielt auch die Ästhetik der Milchzähne eine wichtige Rolle. Kinder werden oft aufgrund fehlender oder kariöser Zähne gehänselt!

Wie pflegen Eltern die ersten Zähnchen der Kinder am besten?

Meike Wenzlaw: Ab Durchbruch des ersten Milchzahnes: 1x täglich Zähneputzen (abends) mit einem Hauch fluoridhaltiger Kinderzahnpasta (Fluoridgehalt: 500ppm) und einer Kinderzahnbürste mit weichen abgerundeten Borsten und einem rutschfesten Griff.

Am besten gewöhnen Eltern ihr Kind jetzt schon an das zweimal tägliche Zähneputzen: morgens mit Wasser oder fluoridfreier Zahnpasta und abends mit einem Hauch fluoridhaltiger Kinderzahnpasta.

Ab dem zweiten Geburtstag gilt dann: morgens vor dem Frühstück und abends vor dem Schlafengehen mit einer erbsengroßen Menge fluoridhaltiger Kinderzahnpasta Zähne putzen (Fluoridgehalt: 500ppm).

Vorsicht: solange Kinder Fluoridtabletten bekommen, sollte nur mit einer fluoridfreien Zahnpasta geputzt werden!!

Worauf müssen Eltern beim Kauf einer Kinderzahnpasta achten?

Meike Wenzlaw: Die Zahnpasta sollte den Fluoridgehalt von 500ppm nicht überschreiten. Außerdem empfehlen wir, auf farbige und süße Zahnpasten zu verzichten. Die verleiten die Kinder oft zum Runterschlucken und sind deshalb nicht sinnvoll.   

Wie lange sollten Eltern nachputzen?

Meike Wenzlaw: Ab dem zweiten Lebensjahr kann das selbstständige Zähneputzen mit Kindern geübt werden. Eltern sollten allerdings bis etwa zum achten Lebensjahr immer noch nachputzen, um die Zähne wirklich sauber zu pflegen.

Wie kann der Zahnarzt bei einer gesunden Gebissentwicklung helfen?

Meike Wenzlaw: Am besten ist es, den Zahnarzt von Anfang an mit ins Boot zu holen. Wir bieten unseren jungen Patienten unter anderem:

  • 2x jährliche Kontrolluntersuchung und ggf. Sanierung bei frühkindlicher Karies
  • Mundhygieneinstruktion zum Erlernen der richtigen Putztechnik
  • Ernährungsberatung für eine zahngesunde Ernährung
  • Fluoridanamnese und Fluoridempfehlungen für das tägliche Zähneputzen mit ggf. lokalen Fluoridierungsmaßnahmen bei Karieslöchern
  • Überwachung des Zahndurchbruchs
  • Beratung bei Fehlstellungen durch Lutschhabits (Schnuller, Daumen) und Beratung zu kiefergerechten Schnullern mit flachem Schaft

Die Zahnärzte im Wengentor beantworten Ihnen Fragen zur Milchzahnpflege. Sprechen Sie bei Ihrem nächsten Besuch einen Mitarbeiter an oder melden Sie sich unter: 0731 69090.